W.G. Sebald
German-British · 1944–2001
German-born British writer whose haunting, genre-defying prose meditations on memory, destruction, and the weight of European history are interwoven with uncaptioned photographs. His work explores how the past persists as ruin, echo, and unresolved grief.
Wikipedia ↗“Unsere Ausbreitung über die Erde war befeuert durch die Reduktion der höheren Vegetationsformen zu Holzkohle, durch das unablässige Verbrennen alles Brennbaren. Die menschliche Zivilisation war von jeher nichts als ein von Stunde zu Stunde intensiver werdendes seltsames Leuchten, von dem keiner sagen kann, wann es schwächer werden und wann es verlöschen wird.”
German
“Our spread over the earth was fuelled by reducing the higher species of vegetation to charcoal, by incessantly burning whatever was combustible. From the earliest times, human civilization has been no more than a strange luminescence growing more intense by the hour, of which no one can say when it will begin to wane and when it will fade away.”
“Ich habe die Dinge immer auf Distanz gehalten und habe mich nirgends je niedergelassen, und nun bin ich, im Alter von siebenundfünfzig Jahren, gezwungen, über das Wesen meiner Melancholie nachzudenken.”
German
“I have always kept things at arm's length, and have never settled anywhere, and that I am now, at the age of fifty-seven, obliged to think about the nature of my melancholy.”
“Seltsam zu sagen, hatte ich den Eindruck, die Finsternis sei durchdrungen von einer unsichtbaren Menge, und ich konnte das leise Gemurmel vieler Stimmen fast hören, als sei ich an einen Ort gekommen, wo alle Geschichten der Welt ihren Ursprung hatten.”
German
“Strange to say, I had the impression that the darkness was thronged with an invisible multitude, and I could almost hear the low murmur of many voices, as if I had arrived at some point where all the stories in the world originated.”
“In der zweiten Hälfte der sechziger Jahre bin ich von England aus mehrmals nach Belgien gefahren und habe Waterloo und andere belgische Orte besucht. Und es waren diese Reisen, die in mir zuerst ein Gefühl dafür weckten, wie alles mit jedem erloschenen Leben unaufhörlich ins Vergessen hinabsinkt.”
German
“In the second half of the 1960s I traveled from England to Belgium on several occasions, and made visits to Waterloo and other Belgian sites. And it was these journeys which first awoke in me a sense of how everything is continuously lapsing into oblivion with every extinguished life.”
“Die Zeichen des Schmerzes, die ungezählte feine Linien durch die Geschichte ziehen, sind nicht in den Annalen der Sieger aufgezeichnet. Sie bleiben in den obskuren Berichten der Namenlosen.”
German
“The marks of pain that trace countless fine lines through history are not recorded in the annals of the victors. They persist instead in the obscure reports of the nameless.”
“Wir lernen aus der Geschichte so viel wie das Kaninchen aus dem Experiment, das an ihm durchgeführt wird.”
German
“We learn from history as much as a rabbit learns from the experiment that is performed upon it.”
“Es scheint mir nicht, daß wir die Gesetze verstehen, die die Rückkehr der Vergangenheit regieren, aber ich fühle immer mehr, als gäbe es die Zeit überhaupt nicht, nur verschiedene Räume, die sich nach einer höheren Stereometrie ineinanderschachteln, zwischen denen die Lebendigen und die Toten hin und her gehen können, wie es ihnen beliebt.”
German
“It does not seem to me that we understand the laws governing the return of the past, but I feel more and more as if time did not exist at all, only various spaces interlocking according to the rules of a higher form of stereometry, between which the living and the dead can move back and forth as they like.”